KURZ & GUT (Archiv)

 
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KURZ & GUT

 

Premiere war am 29.06.2013

Zwei kürzere Stücke von Christoph Löhle an einem Abend. „Herr Weber und die Litotes“ (Jugendarbeitslosigkeit, Überalterung der Gesellschaft und die damit verbundene Rentenproblematik. Wie soll man Herr der Lage werden? Herr Weber hat einen Plan ...) sowie „Wenn ihr kein Brot habt, esst doch Kuchen“ (Zwei Menschen auf dem Ozean auf einem Wrackstück miteinander. Der Eine, von einem Luxusliner gefallen, kann das Leben der Anderen, ihr Boot auf der Flucht übers Mittelmeer untergegangen, nicht nachvollziehen - und umgekehrt). Zum letzten Mal!

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Kritik in der Lausitzer Rundschau von Ronald Ufer

Erstmals Theatermarathon in der Bühne acht


Überfüllte Räume und begeisterte Zuschauer gab es am Samstag in der langen Nacht der kurzen Stücke des Studententheaters Cottbus. Am 24. Juli wird das Spektakel wiederholt und soll künftig zum Spielzeithöhepunkt werden.


Eigentlich war alles nicht so gemeint. Mathias Neuber, der Leiter der Bühne acht, hatte langjährigen Mitspieler einfach die Chance geben wollen, einmal selbst Regie zu führen, ein Stück zu inszenieren. Doch Engagement und Spielfreude waren so groß, dass es nicht beim Üben blieb und eine studentische Zonenrandermutigung entstand. Wie beim einstigen heimlichen Vorbild am Staatstheater standen bei jedem der drei Aufführungszyklen zwei Werke zur Auswahl. Begonnen wurde mit dramatischen Arbeiten wie einem fiktiven Stück über das Leben von Hannelore Kohl, ihr Leben erst im Schatten ihres Mannes und dann durch die Lichtallergie auch unwiderruflich abseits der Öffentlichkeit. Der Abend gipfelte in komödiantischen Angeboten wie dem Heiratsantrag von Anton Tschechow und den "Begegnungen". Dieses Stück war auch mehrfach als Kurzfilm mit anderer Regie und etwas anderem Inhalt zu erleben. Die Pausen wurden draußen zur Erholung im Liegestuhl, einem Schluck Junibowle und kleinen darstellerischen Animationen genutzt. Drinnen wurde in dieser Zeit gelüftet und umgebaut. "Die parallelen Aufführungen ermöglichen es uns, trotz begrenztem Raum viele Stücke anzubieten. Diese Form soll auch die Kommunikation unter den Zuschauern fördern, den Austausch, wer was gesehen und welche Eindrücke mitgenommen hat", erläuterte Mathias Neuber.

Einen ungewöhnlich hohen Anteil von Zuschauern der mittleren und älteren Generation war beim Stückeabend zu beobachten. "Das ist nicht immer so. Die Premieren besuchen geschätzt zu 70 Prozent Studenten. Wenn sich dann herumgesprochen hat, dass es eine gute Aufführung ist, kommen dann auch mehr andere Zuschauer"; konstatierte der Bühne-acht-Chef. "Wir haben uns regional etabliert, stetig kommen auch Urlauber aus dem Spreewald. Wenn es langfristig viele Terminwünsche für ein bestimmtes Stück gibt, gestalten wir den Spielplan entsprechend."
Angesichts alljährlich voller Theaterkurse als Nachwuchsquelle und das Stammensemble blickt Mathias Neuber entspannt auf die Bühnenzukunft.
Von Ronald Ufer
Lausitzer Rundschau

     

 
Kritik bei niederlausitz-aktuell von Thoralf Haß

Besucherandrang überrascht Organisatoren


Die „Lange Nacht der kurzen Stücke“ der „BÜHNE acht“ am letzten Juni-Wochenende übertraf alle Erwartungen, der Plan des künstlerischen Leiters der Bühne, Mathias Neuber, ging voll auf. „Gedacht war ein Fest der Begegnungen. Wir wollten uns als 'BÜHNE acht' den Besuchern unserer Veranstaltung vorstellen und ins Gespräch kommen.“


Was lag also näher, als keinen reinen Theaterabend zu organisieren, sondern ein kleines Festival? Statt nur ein Stück wurden an diesem Abend gleich sieben kurze Theaterstücke gezeigt. Neben den etablierten Regisseuren Mathias Neuber und Volkmar Weitze inszenierten weitere Ensemblemitglieder Kurzgeschichten von u.a Fitzgerald Kusz, Phillipp Löhle oder Anton Tschechow. Für die meisten von ihnen war es die erste Regiearbeit. Der Applaus und die lobenden Worte der Zuschauer waren der verdiente Lohn und Beweis, dass sich die wochenlangen Proben, verbunden mit vielen Entbehrungen und wenig Freizeit, auszahlten. Um Platz für alle Aufführungen zu haben, wurden kurzerhand der Probenraum und der Lagerraum zur Theaterbühne umfunktioniert. Der eigentliche Theatersaal wurde durch Vorhänge abgetrennt, so dass auch dort in zwei Bereichen gespielt werden konnte. Der Besucher konnte wählen, welches Stück er gerne sehen möchte. Allerdings machte der Andrang den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung, denn die Karten für die einzelnen Aufführungen waren sehr zur Freude der Veranstalter sehr begehrt und schnell vergriffen. Wo es möglich war, wurden spontan noch ein paar zusätzliche Sitzplätze geschaffen. Auf dem Vorplatz unterhielt ein Saxophonspieler die Zuschauer, die Imbiss- und Getränkestände waren dicht umringt. Schauspieler der „BÜHNE acht“ mischten sich unters Volk und sorgten mit kurzen Einlagen für Erheiterung. Eine resolute Klofrau wies die Besucher auf die Hausordnung hin; ein Pärchen brach urplötzlich einen Streit vom Zaum und sorgte zunächst für erschrockene Gesichter. Aufatmen erst, als man erkannte, dass alles nur gespielt war. Im Keller lief der Kurzfilm „Begegnungen“, ein Projekt der Filmgruppe8. Das gleichnamige Theaterstück wurde später mit den gleichen Darstellern aufgeführt. Das Konzept de Abends ging auf. Die „BÜHNE acht“ lockte mit ihrer Idee einer „Langen Nacht der kurzen Stücke“ nicht nur Stammgäste in die Räumlichkeiten in der Erich-Weinert-Straße, sondern auch Besucher, die sich spontan entschlossen, zu bleiben, nachdem sie neugierige Blicke auf das Treiben warfen. Zuschauer aller Altersgruppen und auch die Darsteller und Regisseure zeigten sich positiv überrascht von der Resonanz. Wer sich selber einmal vom Können der „BÜHNE acht“ überzeugen möchte, hat dazu am 24. Juli wieder die Möglichkeit. Dann gibt es eine Wiederholung der „Langen Nacht der kurzen Stücke“.
Von Thoralf Haß
niederlausitz-aktuell

 
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Licht

 

Regie: Patrick Niegsch
Darsteller: Elke Noack, Alex Stürmer

„Man braucht ja auch viel
Glück im Leben
In der Politik sowieso
Das kann ich sagen
Also das kann ich wirklich sagen
Ich habe in meinem Leben viel
Glück gehabt“


Hannelore Kohl, erste Ehefrau des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl, nahm sich am 5. Juli 2001 im Alter von 68 Jahren das Leben. Eine Frau. Allein im Dunkel. Das wenige Licht, um sie herum ist zu schmerzhaft, um es zu ertragen. Es ist diese Frau, die wir in ihren letzten Stunden begleiten. Wir sehen sie kämpfen, wir sehen sie zweifeln, fallen und wieder aufstehen. Was aber ist es für ein Gefühl stets im Schatten eines doch geliebten Menschen zu stehen? Sich selbst zurückzunehmen, beinahe unsichtbar zu werden und doch so viel zu leisten?

Hannelore Kohls Bild steht für das Leben hunderter anderer Frauen im Schatten ihrer großen Männer. Sich einfügen, nicht im Wege zu stehen, immer da zu sein, wo man gebraucht wird. Dea Lohers Stück „Licht“ zeichnet dieses Bild auf eine berührend eindringliche Weise. Ein Bild aus einer scheinbar längst vergangenen Zeit und dennoch bis heute schmerzhaft real.







 
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Herr Weber und die Litotes

 

Regie: Matthias Schreve
Darsteller: Ingrid Ruschke, Henning Wolff, Christoph Schmidt

Jugendarbeitslosigkeit, Überalterung der Gesellschaft und die damit verbundene Rentenproblematik. Wie soll man Herr der Lage werden? Herr Weber hat einen Plan und rekrutiert Jungarbeitslose, um unproduktive Individuen beim frühzeitigen Ableben zu „unterstützen“. Denn Minus mal Minus muss doch wieder Plus ergeben. Nur was wird aus dem Menschen, wenn er dafür seine Moral und Menschlichkeit über Bord werfen muss…
Ein Drama in dem das Unwort des Jahres 1998 (Sozialverträgliches Frühableben) eine völlig neue Dimension erreicht und der deutschen Gesundheitspolitik einen bitter bösen Zerrspiegel vor die Augen hält.

 
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Der Heiratsantrag

 

Regie: Heiko Fischer
Darsteller: Anja Schröter, Silvio Berger

Eigentlich ist der hypochondrische Junggeselle Lomow ja schon lange im besten Alter für die Ehe. Und auch für die streitsüchtige Nachbarin Natalia ist es längst an der Zeit, ernsthaft an Heirat zu denken - andernfalls droht das ewige Altjungferndasein. Auf dem Weg zum gemeinsamen Glück ist nur noch eine letzte Hürde zu nehmen: der Heiratsantrag. Wenn da nicht die "Ochsenwiesen" wären und "kurze Unterkiefer" in die Quere kommen. Zwischen Sehnsucht und Wut, Verzweiflung und Hoffnung bewegen sich die Protagonisten, bis es am Ende doch noch heißt: „Na, da fängt das Familienglück schon an! Champagner!"
Ein humoristischer Blick auf den Menschen, ein satirisches Stück über die Zeitlosigkeit menschlicher Schwächen, eindrucksvoll bestätigt von den rund 400.000 Nachbarschaftsstreitigkeiten, die jährlich vor Gericht landen.

 
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Die Puppe

 



Regie: Christoph Morling
Darsteller: Janin Edeling, Henning Wolff

Kinder spielen gerne mit Puppen. Warum auch nicht? Sie machen nichts schlimmes und benehmen sich anständig. Liegen brav im Bettchen, können immer wieder in den Arm genommen werden oder lernen sogar laufen - natürlich mit Hilfe der Eltern.
Bei dem Ehepaar Schmidt hat die Puppe sogar einen eigenen Platz am Essenstisch. Warum aber ausgerechnet dieser nun freigeräumt werden soll, dass erfahrt Ihr in diesem kurzen, aber hoch-dramatischen Stück (von Fitzgerald Kusz).

 
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Wenn ihr kein Brot habt, esst halt Kuchen

 

Regie: Karsten Pätz
Darsteller: Katharina Riedel, Thomas Pfitzmann

Über Marie Antoinette, Erzherzogin von Österreich, wurde folgendes Gerücht in Umlauf gebracht: Sie habe auf die Vorhaltung, die Armen könnten sich kein Brot kaufen, geantwortet: „Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie Brioche [frz. Gebäck] essen.“

In unserer Geschichte treffen zwei Menschen mitten auf dem hitzigen Ozean auf einem Wrackstück aufeinander, die unterschiedlicher gar nicht sein können. Der Eine, nennen wir ihn Jan van Altenberg kann das Leben der Anderen, nennen wir sie Aisha gar nicht nachvollziehen - und umgekehrt. Dass beide sich schon auf dem “Schaffot” befinden, ahnt keiner. Die Einsicht, wessen es auch sein mag, kommt jedoch, wenn überhaupt, zu spät.

 
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Der Umzug

 

Der Sommer 82 – das war sein Sommer! In die Nachbarwohnung seines Pariser Mietshauses zogen drei Studentinnen aus Toulouse ein, die seine Gedanken- und Gefühlswelt total auf den Kopf stellten. Er wurde empfänglich für andere Menschen, begann auf sich zu achten, die Dinge um ihn herum wurden lebendig, er verliebte sich in alle drei. Konnte und wollte sich nicht für eine entscheiden.
Nach einigen Wochen des „Hochgefühls“ heirateten alle drei andere Männer und verschwanden. Da zog er um. Die Umzugskisten stapelten sich schon in der neuen Wohnung. Aber vor dem Einräumen kommt das Aufräumen. Im Kopf und im Herzen Was war mit ihm passiert in diesem Sommer, warum ist er jetzt hier? Die Sachen sind alle angekommen, aber er noch nicht…

Chantal Akermans 45-Minuten-Monolog.ist ein Theatertext vom Sichselbstentdecken und vom Loslassenkönnen, über Veränderung und über das, was bleibt. Voll Charme und Esprit handelt er von der Macht der Gedanken und Gefühle.

Es spielt Torsten Dubrow. Regie Volkmar Weitze

 
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Begegnungen (Kurzfilm)

 

Regie: Mathias Schulze
Kamera: Lukas Schuck
Darsteller: Ariane Knittel, Kati Bellmann, Sarah During, Jenny Kaiser, Martin Mendiburu, Torsten Dubrow

Das "cigar malt" ist der Treffpunkt im Viertel. Hier begegnen sich skurrile Typen, die mit ihrer Sicht auf die Welt für Verwirrungen und Mißverständnisse sorgen.
Die Frage nach der Uhrzeit versetzt eine junge Frau in Angst und Schrecken. Ein freundliches "Guten Tag!" wird zur Belastungsprobe für eine Freundschaft. Eine Geschäftsfrau fühlt sich durch Blicke provoziert. Nur Ladeninhaber Martin scheint die Nerven zu behalten, scheitert aber selber an der Frage, ob Elefanten, die im Fernsehen zu sehen sind, echt sind oder nicht.

Fünf kurze Episoden reihen sich aneinander, zum Lachen und Nachdenken.