Entre Vous Performancetheater -/- Straßentheater -/- Schwarzlichttheater

 
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Farblos

 

Derniere: Sa, 30.04.2016, 20:30 Uhr

Doppelvorstellung: Im 2. Teil gibt es einen Blick hinter die Kulissen. Ihr seht nur heute das Stück auch einmal bei Licht.

"Es war einmal...", so beginnt (fast) jedes Märchen, doch bei uns heißt es: "Licht Aus! Schwarzlicht an!". Kommen Sie mit auf eine Reise nach Monochromia und begleiten Sie uns in eine Welt voller Licht und (dunkler) Schatten. - Unfreiwillig in dieser Welt gelandet, sucht unsere Heldin einen Weg, um ihr zu entkommen. Unterstützung erfährt sie dabei von einem magischen Hasen und einem flinken Stein. Wie (fast) jedes Märchen einen Helden und seine Helfer besitzt, so darf auch der Schurke nicht fehlen. Dieser setzt alles daran der Heldin ihr Lebenselixier zu stehlen und selbst aus Monochromia zu verschwinden. Seien Sie gespannt, wie sich alles im Schwarzlicht auflöst! Aber passen sie auf - manchmal sehen Sie im Dunkeln mehr als im Licht ...

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Kritik in der Lausitzer Rundschau von Lydia Schauff

Leuchtendes Märchen über die Liebe


Licht aus, Schwarzlicht an! Kaum ist dieser Ausruf ertönt, wird das Publikum in eine Märchenwelt mit Lichtfiguren entführt. Am Wochenende feierte das Schwarzlichttheater "Farblos" in der Bühne acht Premiere.


Stück für Stück bahnt sich der kleine, hell leuchtende Wurm seinen Weg durch die Dunkelheit, die ihn umgibt: Das Kriechtier ist nur eine der Figuren, die im Schwarzlichttheaterstück in der Bühne acht eine Geschichte von Freundschaft und Liebe erzählt.
Das Spielen unter Schwarzlicht ist eine besondere Form der Pantomime. Farben wie weiß, orange oder gelb werden durch UV-Lampen zum Leuchten gebracht, während alles Schwarze zu einer Masse verschwimmt. Dunkel gekleidete Schauspieler werden zu versteckten Akteuren, bringen Gegenstände zum Fliegen. Geschrieben und inszeniert wurde "Farblos" von Anja Schröter. "Ich habe im Internet viele Videos von Schwarzlichttheater gesehen und wollte schon immer gerne selbst eins machen."
Das Stück, welches nun in der Bühne acht (Erich-Weinert-Straße 2) zu sehen ist, ist aber nicht nur die Schwarzlichtheaterpremiere für die Bühne: Zum ersten Mal hat Anja Schröter Regie geführt und zum ersten Mal ein Stück geschrieben. Gemeinsam mit den Darstellern hat sie die Geschichte weiterentwickelt und Änderungen vorgenommen.

Es geht um Freundschaft, es geht um Liebe und um Mut, denn es gibt einen Bösewicht, der das alles zerstören will. Beim Zusehen drängen sich Erinnerungen an das kalte Herz, an Tabaluga und Lilli oder an Rambo auf. Und es sind noch weitere Zitate von Filmen oder anderen Märchen zu entdecken.
Es ist eine kurze Aufführung, die an diesem Abend geboten wird und die bei dem ein oder anderen im Publikum kindliche Gefühle wecken dürfte. Der Zuschauer kann sich eine halbe Stunde lang von dem Spiel aus Licht und Schatten verzaubern lassen. "Schwarzlichttheater ist anstrengend für die Augen", erklärt Anja Schröter die Kürze des Pantomimenstückes, das lediglich durch Gesten, Körperhaltungen und Musik Gefühle transportiert. Um den Effekt des Schwarzlichtes zu verstärken wird das Publikum mit kleinen Lämpchen am Bühnenrand zusätzlich geblendet. Für alle Erwachsenen, die Märchen und das Spiel mit Illusionen mögen, ist dieser Abend genau das Richtige. Mit Liebe zum Detail wurden die Kostüme und Figuren entwickelt.

Nicht wegen der Kürze, sondern auch wegen des märchenhaften Inhalts eignet sich "Farblos" für Kinder. So wird es voraussichtlich im Juni eine Nachmittagsvorstellung geben, bei der Eltern die Möglichkeit haben, dem Pantomimenspiel gemeinsam mit dem Nachwuchs zuzusehen. Damit der nächste Schwarzlicht-Theaterabend für die Besucher nicht zu kurzweilig wird, wird am 7. Mai nach der Vorstellung unter dem Motto "Ein Abend, zwei Vorstellungen" noch eine Improshow gezeigt.
Von Lydia Schauff
Lausitzer Rundschau

Kritik auf niederlausitz-aktuell.de von Thoralf Haß

Ein gar nicht „farbloser“ Abend - „Entre Vous“ feat. „Rabota Karoshi“


„Farblos“ - so sollte der Abend für die Besucher der „BÜHNE acht“ werden. Auf dem Programm stand das neueste Theaterstück von „Entre Vous“, dem Cottbuser Straßentheater.

„Farblos“ lautet der Titel eines Märchens, daß komplett unter Schwarzlicht gespielt wird. Ausgedacht hatte sich das Stück Anja Schröter, die auch die Regie übernahm. Sie hatte irgendwo Schwarzlichttheater gesehen und war von der Idee begeistert. Also setzte sie sich hin, schrieb ein Drehbuch und überlegte, wie man so etwas auch an der „BÜHNE acht“ umsetzen könnte. „Alles, was wir zu Beginn hatten, war eine Schwarzlichtlampe. Die reichte natürlich nicht, also mußten wir noch einige mehr anschaffen.“ verrät Anja.
Das Besondere an Schwarzlicht ist, daß es in einer Wellenlänge elektromagentische Strahlen aussendet, die vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden können. Floureszierende Stoffe werden durch die Strahlung zum Leuchten angeregt, was faszinierende Effekte hervorbringt. Diese Effekte macht sich Schwarzlichttheater zu nutze. Die unmittelbare Umgebung muß dazu abgedunkelt sein.
In „Farblos“ erwacht die Heldin (Ypsi Ciupack) in der fremden Welt Monochromia. Um diese Welt wieder verlassen zu können, muß die Heldin einige Hindernisse überwinden. Der Teufel (dargestellt von Elisa Marquardt) verlangt als Gegenleistung für die Freiheit ihr Herz. Als unsere Heldin das nicht freiwillig hergibt, nimmt es sich der Teufel mit Gewalt. Es kommt zum Duell zwischen Gut und Böse. Unterstützung erhält das Gute von einem magischen Hasen und einem flinken Stein. Natürlich wird in diesem Märchen auch eine Liebesgeschichte erzählt!
Die Umsetzung von Anja Schröters Idee durch das Straßentheater „Entre Vous“ ist beeindruckend. Ein minimalistisches Bühnenbild stellt die Welt Monochromia da. Das Stück kommt gänzlich ohne Worte aus; die Musik, ein Mix aus klassischen Melodien wie Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ und Hard Rock, führt durch die Handlung. Es sind die Effekte des Schwarzlichtes, die „Farblos“ zu etwas Magischem machen. So schwebt scheinbar schwerelos die Hauptdarstellerin über die Bühne. Leuchtende Schmetterlinge schwirren um das Liebespaar herum. Auch sonst blinkt und glitzert es ständig. Mit viel Liebe bis ins kleinste Detail gelingt es Anja Schröter und „Entre Vous“, die Konzentration der Zuschauer 30 Minuten lang nur auf die Bühne zu richten.

Überhaupt nicht farblos ging es nach der Pause weiter. Die Komödianten von „Rabota Karoshi“ brachten das Publikum mit ihren Improvisationen nach Zuschauervorgaben zum Lachen. So wurde das Publikum Zeuge einer ganz besonderen Paartherapie: Er – eine Kaulquappe, Sie – ein Storch. Klar, daß es in dieser Beziehung Probleme geben kann. Schließlich haut sie ja immer ab, sobald es draußen kälter wird und kommt erst nach einem halben Jahr wieder. Er dagegen blubbert lieber mit seinen Freunden am Teich. Filmfreunde kamen beim Spiel „EinThema – Drei Variationen“ voll auf ihre Kosten. Ein Ausflug zum Pegelturm in Bitterfeld kann schön sein. Noch schöner wird er, wenn „Rabota Karoshi“ diesen Ausflug als Bollywood-Film nachspielt oder als „Film Noir“. Jakob Fischer als Franzose „Arthür“ ist einfach köstlich. Und Elisa Mildner singt und tanzt, als wäre sie in Indien groß geworden.

Wie gefragt „Entre Vous“ oder „Rabota Karoshi“ sind, merkt man auch anhand der Zuschauergunst. Auch diesmal reichten die vorbereiteten Sitzreihen nicht aus, so daß einige Zuschauer auf dem Boden Platz nehmen mußten. Der guten Laune im Saal tat das jedoch keinen Abbruch.
Von Thoralf Haß
niederlausitz-aktuell.de

 

Ensemble und Besetzung

 

Regie: Anja Schröter

Ensemble:
Maria Breitenbach
Martin Mendiburu
Ypsi Ciupack
Jakob Fischer
Jan Fuchsmann
Markus Heunemann
Elisa Marquardt

Premiere war am 18.04.2015