Entre Vous Performancetheater -/- Straßentheater

 
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Feel free. Die!

 

nächste Vorstellung: Mi, 03.12.2014, 20:30 Uhr

Wir schaffen alles, wenn wir wollen und was nicht klappt, das klappert vielleicht, aber wir können sagen: Das hab´ ich gemacht. Und wir haben die Wahl. Und das nicht nur alle paar Jahre, sondern täglich. Im Supermarkt. Und da entscheiden wir uns dann zwischen Billig und Marke, zwischen Bio und Kloake und dem Ökobauern auf dem Land. Unsere Kinder lernen mindestens 5 Sprachen, obwohl wir selbst doch nur eine so richtig beherrschen. Aber so ist das nun mal: Wer frei sein will, muss leiden. - Und inmitten dieser Freiheit werden wir im Regen stehen gelassen und wünschen uns: einen Regenschirm. Klar. Wir sind frei. Wir können alles tun. Uns gehört die Welt, mit allem, was das Licht berührt und wenn wir eine Taschenlampe mitnehmen, dann gehört uns auch der Rest.

Doch am Ende bleibt da trotzdem eine Frage:
Freiheit, und weiter?

„Feel free. Die!“ beschäftigt sich mit der Frage, wie viel Freiheit wir eigentlich haben und wie viel wir tatsächlich brauchen.

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Kritik in der Lausitzer Rundschau von Daniel Schauff

Sie können auch wieder gehen, wenn Sie wollen

Die Theatertruppe Entre Vous feiert die Premiere von "Feel free. Die!"


Wer schüchtern ist, sollte zu Hause bleiben. Wer im Theater gerne auf gemütlichen Stühlen sitzt, sollte auch lieber woanders hingehen. Wer aber Performance-Kunst auf der Bühne schätzt, der ist bei "Feel free. Die!" richtig.

"Sie können auch gehen, wenn Sie wollen!" – Bei der Premiere zum Theaterstück "Feel free. Die!" der Straßentheater-Truppe Entre Vous an der Cottbuser Bühne acht bekommen die Zuschauer erst einmal einen Zettel in die Hand gedrückt, auf dem ausdrücklich die Regeln für den folgenden Premierenabend am vergangenen Mittwoch aufgelistet sind. Lachen ist erlaubt, rausgehen auch. Auch reden dürfen die Zuschauer während des Stückes. Trinken und essen ist auch in Ordnung. Nichts tun, irgendetwas tun, zugucken, mitmachen – das alles geht an diesem Abend.
Auf Europaletten und Holzkisten
Und den verbringen die zahlreichen Zuschauer auf Europaletten und Holzkisten, manche auch auf dem Boden der Bühne acht, manche positionieren sich am Rand des Raumes. Bereit zum Flüchten – das wäre sicher auch in Ordnung gewesen. Gegangen ist aber keiner – warum auch. Schließlich war das, was die sechs Darsteller auf die eigentlich gar nicht vorhandene Bühne gebracht haben, mehr als sehenswert. Oder besser: erlebenswert. Es ging – fast ohne Worte – ums Leben, erzählt in etwas mehr als einer Stunde. Von der Geburt der sechs Menschen – hier dem Befreien aus auf den Boden geklebter Plastefolie – über das Entdecken der Welt, der Sexualität, bis hin zum Streit, zum Krieg, zur Trauer. Ein paar Koffer, einige Wäscheleinen, Klebeband und mit Wasser gefüllte Gießkannen – mehr brauchen Maria Breitenbach, Tatjana Tripel, Anna Oprei, Sarah During, Grischa Stanskiy und Anja Schröter nicht, um die Zuschauer zu fesseln. Vielleicht liegt das auch an der Nähe der Darsteller zu den Zuschauern, die nicht nur in ihren eigenen Spielszenen mit dem Publikum auf Tuchfühlung gehen, sondern auch einige Zuschauer mit auf die Bühne bitten. So werden die, die zuvor noch ihr Kaltgetränk in der Hand gehalten haben, zu Mitspielern und Teilen der Performance.
Letztes Stück für den Regisseur
Für Regisseur Patrick Niegsch ist es das letzte Stück, das er für die Bühne acht inszeniert. Und das – so findet er selbst – ist gelungen. Es sei eine Freude gewesen, den Zuschauern bei der Vorstellung in die Gesichter zu schauen, sagt er während der anschließenden Premierenfeier. Weil die Zuschauer sich gefreut haben, so nah dran an dem zu sein, was Entre Vous dort gezeigt haben.
Von Daniel Schauff
Lausitzer Rundschau 20.06.2014

 

Ensemble und Besetzung

 

Künstlerische Leitung:
Patrick Niegsch

Spieler:
Maria Breitenbach
Juan Manuel Campuzano
Sarah During
Anna-Sophie Oprei
Atréju Samra
Anja Schröter
Grischa Stanskiy
Tatjana Tripel